Rund 60 Eigentümer:innen nutzten den Erstorientierungsnachmittag des LEADER-Projekts „Leerstandsmanagement Schmidatal-Manhartsberg“, um über neue Perspektiven für leerstehende Wohngebäude zu sprechen. Die Veranstaltung am 26. Juli im Weingut Joe Beyer in Roseldorf bildete den erfolgreichen Auftakt für ein neues Unterstützungsangebot in der Region.
Leerstehende Wohngebäude sind für viele Eigentümer:innen mit ganz unterschiedlichen Fragestellungen verbunden: Soll das Gebäude saniert und künftig selbst genutzt werden? Ist eine Vermietung sinnvoll? Kommt ein Verkauf infrage? Oder gibt es alternative Nutzungsmöglichkeiten? Genau hier setzt das LEADER-Projekt „Leerstandsmanagement Schmidatal-Manhartsberg“ an!
Beim Erstorientierungsnachmittag hatten Eigentümerinnen und Eigentümer leerstehender Gebäude sowie Menschen, die sich künftig mit einer Veränderung ihrer Wohnsituation beschäftigen möchten, die Möglichkeit, direkt mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen ins Gespräch zu kommen. 15 externe Expert:innen aus Architektur, Bauwesen, Immobilien, Finanzierung, Energie und Regionalentwicklung standen für persönliche Gespräche und erste Orientierung zur Verfügung.
Orientierung schaffen und neue Perspektiven entwickeln
„Unser Ziel ist es nicht, Menschen zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Wir möchten Orientierung geben und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln“, betonte Regionsobmann Ing. Florian Hinteregger in seiner Begrüßung.
Die zahlreichen Gespräche machten deutlich, dass bei vielen Eigentümer:innen durchaus Bereitschaft besteht, sich mit der Zukunft ihrer Immobilie auseinanderzusetzen und neue Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Häufig fehlen jedoch eine erste Orientierung, Informationen über mögliche Schritte oder die passenden Ansprechpartner. Dabei sind die Ausgangssituationen oftmals sehr unterschiedlich. Manche Eigentümer:innen beschäftigen sich mit einer möglichen Sanierung und zukünftigen Nutzung, andere suchen nach sicheren Vermietungsmodellen oder überlegen, ihre Immobilie zu verkaufen. Auch Fragen rund um Finanzierung, Energieeffizienz, rechtliche Rahmenbedingungen oder die Suche nach geeigneten Partner spielen eine wichtige Rolle.
Gerade diese Vielfalt an individuellen Anliegen zeigt, wie wichtig maßgeschneiderte Unterstützungsangebote sind!
Gemeinsam an Lösungen arbeiten
Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Erstorientierungsnachmittag fließen nun unmittelbar in die weitere Entwicklung des Projekts ein. Aufbauend auf den tatsächlichen Bedürfnissen der Eigentümerinnen und Eigentümer sollen in den kommenden Monaten weitere Themenveranstaltungen und konkrete Unterstützungsangebote entwickelt werden.
Projektleiterin DI Lena Weitschacher zieht ein positives Resümee: „Der Erstorientierungsnachmittag hat gezeigt: Die Bereitschaft, über die Zukunft der eigenen Immobilie nachzudenken, ist da. Unsere Aufgabe ist es nun, aus den vielen individuellen Fragestellungen konkrete Unterstützungsangebote zu entwickeln – gemeinsam mit den Regionalprogrammen, den Eigentümer:innen und unseren regionalen Expert:innen.“
Dafür wurden bereits 7 Folgeveranstaltungen geplant, zu der sich alle Schmidatalerinnen und Schmidataler kostenlos anmelden können. Die Veranstaltungskosten werden dabei zum Großteil von den Gemeinden, dem Regionalmanagement und etwaigen Sponsoren getragen. Danke an jede finanzielle Unterstützung!

Auch die Klima- und Energie-Modellregion Schmidatal-Manhartsberg bringt ihre Expertise und ihr Netzwerk in das Projekt ein. KEM-Manager Markus Pröglhöf, B.Sc. unterstützt dabei insbesondere über das österreichweite KEM-Leitprojekt „Leerstand anpacken“ und trägt dazu bei, Erkenntnisse aus dem überregionalen Austausch in die regionale Arbeit einfließen zu lassen: „Was hier im Schmidatal gelingt, ist für mich ein herausragendes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Gemeinden, Regionalprogramme, Expertinnen und Experten diverser Fachbereiche und unsere Bürgerinnen und Bürger an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Die unterschiedlichen Perspektiven und Netzwerke ergänzen sich hervorragend und bringen umfangreiche Ergebnisse hervor. […] Die Verbindung von regionalem Engagement und österreichweitem Erfahrungsaustausch schafft einen echten Mehrwert für unser Projekt und vor allem für die Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Gebäuden vor Ort.“
Leerstand als Chance für die Region
Das Projekt „Leerstandsmanagement Schmidatal-Manhartsberg“ verfolgt das Ziel, bestehende Gebäude wieder stärker in den Mittelpunkt der regionalen Entwicklung zu rücken. Durch Information, persönliche Orientierung und die Vernetzung mit Fachexpert:innen sollen Eigentümer:innen dabei unterstützt werden, tragfähige Perspektiven für Immobilien zu entwickeln. Denn jeder aktivierte Leerstand kann nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch dazu beitragen, bestehende Ortskerne zu beleben, wertvolle Bausubstanz zu erhalten und die Region nachhaltig weiterzuentwickeln.

