Auf großes Interesse stieß der Online-Vortrag „Gebäudesanierung bei Leerstand und Förderungen“ am 21. April 2026 im Rahmen der Vortragsreihe „Leerstand anpacken“. Rund 35 Teilnehmer:innen nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über Chancen, Herausforderungen und konkrete Unterstützungsangebote rund um die Reaktivierung leerstehender Gebäude zu informieren.
Leerstand als Chance begreifen
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie leerstehende Gebäude sinnvoll aktiviert und einer neuen Nutzung zugeführt werden können. Dabei wurde deutlich: Leerstand ist kein unlösbares Problem, sondern bietet großes Potenzial für nachhaltige Entwicklung in Gemeinden. Neben den häufigsten Hemmnissen – wie hohe Investitionskosten, Unsicherheiten bei Förderungen oder fehlendes Fachwissen – wurden vor allem die Vorteile von Sanierungen hervorgehoben. Diese reichen von der Wertsteigerung von Immobilien über die Reduktion von Energiekosten bis hin zur Stärkung von Ortskernen und zur Vermeidung weiterer Bodenversiegelung. Der zentrale Ansatz lautet daher: Sanieren statt neu bauen.
Überblick über Fördermöglichkeiten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen Förderprogrammen auf Bundes- und Landesebene. Vorgestellt wurden unter anderem:
- Förderungen für thermische Sanierungen und Heizungstausch
- Unterstützungen für Gemeinden und Private
- spezielle Programme zur Aktivierung von Leerstand und Ortskernbelebung
Gerade in Niederösterreich bestehen vielfältige Möglichkeiten, Sanierungsvorhaben finanziell zu unterstützen – ein wichtiger Anreiz für Eigentümer:innen, aktiv zu werden.
Praxisbeispiele als Inspiration
Besonders anschaulich waren konkrete Beispiele aus verschiedenen Regionen Österreichs: Vom Umbau einer leerstehenden Pension zu barrierefreiem Wohnraum bis hin zur Reaktivierung von Ortskernen durch neue Nutzungskonzepte wurde gezeigt, wie vielfältig und erfolgreich Leerstandsaktivierung gelingen kann. Diese Best-Practice-Beispiele verdeutlichen, dass durch innovative Ansätze nicht nur neuer Wohnraum entsteht, sondern auch die Lebensqualität in den Gemeinden nachhaltig verbessert wird.
Offene Diskussionsrunde – Fragen im Nachgang beantwortet
Das rege Interesse der Teilnehmer:innen zeigte sich auch an der Vielzahl an Fragen. Aufgrund des dichten Programms blieb im Online-Meeting selbst leider keine Zeit mehr für eine ausführliche Diskussion. Die offenen Fragen wurden daher im Anschluss gesammelt und von den Expert:innen beantwortet.
Fortsetzung der Vortragsreihe
Die Vortragsreihe „Leerstand anpacken“ wird in den kommenden Wochen fortgesetzt und widmet sich weiteren zentralen Themen wie „Wohnen im Alter“ und „Erbschaft von Gebäuden“. Ziel ist es, Eigentümer:innen, Gemeinden und Interessierte praxisnah zu informieren und zur aktiven Nutzung von Leerstand zu motivieren. Weitere Informationen zum Projekt und zu regionalen Aktivitäten finden Sie auch auf der Website der KEM Schmidatal.
Die Veranstaltung ist Teil des KEM-Leitprojekts „Leerstand anpacken“, das vom Klima- und Energiefonds gefördert wird und im Programm „Vorbildprojekte: Klimaresiliente Transformation in Regionen“ angesiedelt ist. Als Projektträger fungiert heimaten, gemeinsam mit zahlreichen Klima- und Energiemodellregionen – darunter auch die KEM Schmidatal und Retzer Land.