Wenn Leerstände wieder Zukunft bekommen: Region setzt auf Aktivierung statt Neubau

Mit einem Kick-Off-Event am 29. Jänner 2026 fiel der offizielle Startschuss für das Projekt „Leerstandsmanagement Schmidatal-Manhartsberg“. Das zweijährige Pilotprojekt, gefördert durch die LEADER Region Weinviertel-Manhartsberg, verfolgt das Ziel, leerstehende Wohngebäude sowie ungenutzte Bauflächen in den Ortschaften der Region zu aktivieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Ortskerne zu leisten.

Großes Potenzial im Umgang mit Leerstand

Die Ausgangssituation im Schmidatal verdeutlicht die Relevanz des Projekts: Rund 12 Prozent des Wohngebäudebestandes – das entspricht etwa 690 Gebäudenstehen derzeit leer. Zusätzlich sind rund 162 Hektar bereits erschlossenes Bauland unbebaut. Dieses Potenzial soll künftig gezielt genutzt werden, um bestehende Strukturen zu stärken, Ressourcen zu schonen und eine nachhaltige Siedlungsentwicklung zu fördern.

Auftakt in einem Leerstand als bewusstes Signal

Der Projektstart fand bewusst in einem leerstehenden Gebäude der Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach a. M. statt. Zahlreiche Vertreter:innen aus Gemeinden, Bezirken sowie interessierte Bürger:innen nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über die Zielsetzungen und geplanten Maßnahmen zu informieren.

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte Projektleiterin DI Lena Weitschacher die zentralen Arbeitsschwerpunkte, wie u.a. beispielsweise:

  • Erhebung und Analyse von Leerständen
  • Bewusstseinsbildung in den Gemeinden
  • Aufbau lokaler Kern-Teams
  • Information, Beratung und Vernetzung von Eigentümer:innen

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einem freiwilligen und unterstützenden Zugang: Eigentümer:innen sollen durch Information und Dialog zur Aktivierung ihrer Immobilien ermutigt werden – ohne Druck oder Verpflichtungen.

„Leerstand ist im Schmidatal omnipräsent, die Zahlen sprechen für sich. Daher ist die praxisorientierte Bearbeitung der Leerstandsproblematik aktuell eines der wichtigsten Arbeitspunkte in unserer Region. Mit gezielter Information und (praxisnahen) Angeboten wollen wir Eigentümer:innen motivieren und unterstützen, ihre Gebäude wieder einer Nutzung zuzuführen“, betont KEM-Manager Markus Pröglhöf.

„Wir müssen den Blick wieder stärker auf unsere bestehenden Ortskerne richten. Die Aktivierung von Leerständen ist ein zentraler Hebel für lebendige Gemeinden und eine nachhaltige Raumentwicklung“, ergänzt Florian Hinteregger, Obmann des Landschaftsparks.

Das „Leerstands-Kernteam“ im Schmidatal wird repräsentiert von Gemeindevertreter:innen und den Bürgermeister:innen aller Gemeinden. Insgesamt 27 Personen stehen für die nächsten zwei Jahre als regionale Ansprechpartner:innen zur Verfügung und legen den Fokus verstärkt auf die Leerstände!
Foto-Copyright: Barbara Witzany (NÖN)

Informationsvorträge im April für Eigentümer:innen

Ein zentrales Element des KEM-Leitprojekt „Leerstand anpacken“ ist eine Online-Informationsreihe im April und Mai 2026, organisiert von der KEM Schmidatal. Ziel ist es, Eigentümer:innen gezielt bei rechtlichen, finanziellen und baulichen Fragestellungen zu unterstützen.

Folgende Termine stehen am Programm:

📅 21. April 2026
Eigentum richtig erben & vererben

📅 28. April 2026
Finanzierungsmöglichkeiten & Förderungen für (Leerstands-)Gebäude

📅 4. Mai 2026
Sanieren & Gebäudeoptimierung in Leerständen

Die Vorträge werden von externen Expert:innen durchgeführt und bieten kompakte, verständliche Informationen mit direktem Praxisbezug. Sie richten sich insbesondere an Eigentümer:innen von leerstehenden Gebäuden sowie an alle Interessierten, die sich mit der Nutzung bestehender Bausubstanz auseinandersetzen möchten.

Wichtige Hinweise zur Teilnahme:
Die Anmeldung erfolgt direkt beim KEM-Manager. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund des verwendeten ZOOM-Pro-Accounts auf 100 Personen begrenzt. Der Zugangslink wird im Anschluss an alle angemeldeten Teilnehmer:innen rechtzeitig übermittelt. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der folgenden Einladung.